Porzellan, wo kommt es her?

Porzellan, wo kommt es her?

Wer kennt es nicht. Das gute „Elfenbein mit Goldrand“ Porzellan von Oma, oder das schreckliche braun-orange Steingutgeschirr von Tante Hilde aus den 70iger Jahren. Das war auch die Zeit mit den Schlaghosen…brrr. Doch zurück zu „Elfenbein mit Goldrand“, denn dessen Ursprung liegt weit zurück.

(Quelle wikipedia)
Heute hat sich zum Glück der Geschmack gewandelt und so finden viele neue Farben und Formen den Weg in unsere Küchen. Dazu gehört vor allem das PIP Geschirr aus den Niederlanden. PIP Porzellan.

Porzellan (italienisch porcellana, ursprünglicher Name einer Meeresschnecke mit weiß glänzender, porzellanartiger Schale, siehe Porzellanschnecken; englisch porcelain oder china), auch Weißes Gold genannt, ist ein durch Brennen hergestelltes feinkeramisches Erzeugnis mit weißen, dichten, porenfreien, in dünnen Schichten transparenten Scherben. Es wird aus einem Gemisch von Kaolin (Porzellanerde, Porzellanton), Feldspat und Quarz hergestellt, die im Verlauf des keramischen Brandes in Glasphase und Mullit umgewandelt werden. Glasiert oder unglasiert findet es Verwendung zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen, technischen Erzeugnissen und für künstlerische Zwecke.

Spezielle Porzellane und Variationen

Bone China bzw. Fine Bone China sind in England entwickelte spezielle Porzellanvariationen, bei denen durch Zugabe von Knochenasche besonders hohe Transparenz, strahlender Glanz und hohe Festigkeit erreicht werden.

Zu den speziellen Porzellansorten zählt auch das Dentalporzellan. Es besteht in der Regel aus 80 % Kaolin, 5 % Feldspat, weiteren Beimischungen und hat hohe Transparenz.

Neben zahlreichen Variationen, Spezifikation und Nuancen der Herstellung des Weißen Goldes stehen beispielhaft Lithophanie, Biskuitporzellan und Pâte sur Pâte, um nur einige zu nennen.

Chinesisches Porzellan stellt einen zentralen Bestandteil der Kunst und Kultur Chinas dar. Es wurde zum Vorbild der Porzellanerzeugung in Europa und allen übrigen Teilen der Erde.

Chinesisches Porzellan besteht meist aus

  • Kaolin (高嶺土), einer speziellen, vorwiegend aus Kaolinit bestehenden, eisenarmen Tonerde, benannt nach dem chinesischen Berg Gaoling (高嶺),
  • Petuntse (白墩子), einem Feldspat- bzw. Glimmergestein, sowie
  • Quarz

Das Kaolin ist aufgrund seiner „Blättchen“- oder „buch“artigen Struktur zur Aufnahme relativ großer Mengen von Wasser fähig und verleiht der Werkmasse ihre Formbarkeit und Feuerfestigkeit. Petuntse und Quarz vermindern als sog. Magerungsmittel die Formbarkeit des Stoffs, verringern dafür aber die Schwindung (Volumenschwund) beim Trocknen und Brennen. Die Petuntse stellt darüber hinaus ein Flussmittel dar, sie ist der einzige Bestandteil, der beim Brennen sintert.

Chinesisches Porzellan wird gewöhnlich nur einfach gebrannt, also Scherben (= Material) und Glasur in einem Vorgang. Nachdem die Form eines Stücks fertiggestellt ist, wird sie luftgetrocknet, glasiert, abermals getrocknet und schließlich gebrannt. Unter der hohen Temperatur des Brennofens sintern Material und Glasur zu einer untrennbaren Einheit zusammen. Chinesische Aufglasur-Email-Arbeiten werden auf ähnliche Weise produziert, wobei dem ersten Brennvorgang unter hoher Temperatur (etwa 1.350 °C) der Auftrag des Emails und ein weiterer Brennvorgang mit niedrigerer Temperatur folgt. Jede Farbe benötigt dabei einen separaten Brand; die Farben und ihre Schmelzgrundlage müssen natürlich so gewählt werden, dass die am höchsten zu brennenden Farben zuerst gebrannt werden.

Klassifikation

Im Westen unterscheidet man gewöhnlich drei Arten keramischer Massen, nämlich je nach Zusammensetzung des Grünkörpers und der Brenntemperatur Irdengut, Sinterzeug, wozu die Unterklasse Porzellan gezählt wird, und Sondermassen. Auch betrachtet man häufig die Transparenz des Scherbens als Wesensmerkmal speziell von Porzellan.

Im chinesischen Kulturkreis gibt es nur zwei Unterscheidungskriterien nach der Brenntemperatur, nämlich heißgebrannte (cí 瓷) und kaltgebrannte (táo 匋) Keramik. Auch Steingut, Tonware und Steinzeug können dort als Porzellan gelten, sofern der Scherben beim Anschlagen den für diesen Werkstoff typischen klaren – und glockenhellen Klang erzeugen.

Häufig findet man in China auch die Unterscheidung zwischen „nördlichem“ und „südlichem“ Porzellan, was auf die unterschiedlichen geologischen Beschaffenheiten der beiden Landesteile, aber auch auf in ihnen jeweils bevorzugten Brennstoffe zurückzuführen ist. In den kohlebeheizten Brennöfen des Nordens wurde bevorzugt stärker kaolinhaltige Porzellanmassen (auch Schlicker) bei hohen Temperaturen gebrannt. Mit der im Süden verbreiteten Holzbefeuerung erreichte man meist niedrigere Temperaturen, der Grundstoff wies meist höhere Anteile an Petuntse auf.

Geschichte

Wenn die Geschichte der Keramik in China bis weit ins zweite vorchristliche Jahrtausend zurückreicht, fällt die Datierung des ersten Porzellans mit Blick auf das Fehlen einer verbindlichen Begriffsbestimmung schwer. Vorgeschlagen wurden insofern die späte Östliche Han-Dynastie (100-200 n. Chr.), die Zeit der Drei Reiche (220-280 n. Chr.), die Periode der Sechs Dynastien (220-589 n. Chr.) sowie die Tang-Dynastie (618-906 n. Chr.). Einige Fachleute vertreten die Ansicht, das erste „echte“ chinesische Porzellan sei zur Zeit der östlichen Han in Zhejiang gefertigt worden. Insbesondere sei gerade dort ein ausreichendes Vorkommen der oben genannte Grundstoffe zu verzeichnen gewesen, auch wurden in der Provinz bei Temperaturen von 1260-1300 Grad gebrannte Scherben gefunden.